Archiv

Netzwerktreffen in Warendorf (NRW)

Hotel "Im Engel" (Ostwall 8, 48231 Warendorf)

Als Organisatorinnen und Organisatoren von Kindererholungsreisen aus dem Gebiet, das seit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 radioaktiv belastet ist, und als Amnesty- International-Gruppe-Warendorf, die die politische Lage in Belarus verstärkt beobachtet, macht uns das große Sorgen:

- Schon zwei Jahre konnten wegen der Corona-Pandemie keine Kinder aus Belarus zur Erholung nach Deutschland kommen. Während in Deutschland bereits etwa 50 Prozent der Bevölkerung geimpft ist, ist die Impfbereitschaft in Belarus gering. 


- Die politische Situation in Belarus ist nach der Wahl vom 9. August 2020 brisant. Hunderttausende gingen damals jeden Sonntag auf die Straßen von Minsk, weil sie Wahlfälschung vermuteten und daher gegen den Diktator Lukaschenko protestierten. Tausende politische Gefangene wurden in Gefängnisse gebracht und/oder misshandelt.

Was bedeutet das für Belarus, für die politischen Gefangenen und für die Tschernobyl-Kinder? Was bedeutet das für die Zukunft der Erholungsreisen?

Es gibt viele weitere Fragen, die möchten wir mit Darja Dergatschewa und Dr. Dmitry Chigrin erörtern. Sie gehören der Gruppe „Razam“ an, einer Interessenvertretung von und für in Deutschland lebende Belarus*innen. 


Eine Anmeldung bei Claire Mesch über c.mesch@gmx.de ist unbedingt erforderlich.

Das Netzwerktreffen findet unter Einhaltung der aktuellen Corona-Schutz-Regeln statt.

Buchvorstellung und Lesung in Köln

Lew Kopelew Forum

„Tschernobyl […] ist der Krieg aller Kriege. [...] wir haben Tschernobyl nicht vergessen. Wir haben es nicht verstanden.“

Nobelpreisträgerin in Literatur 2015 Swetlana Alexijewitsch, aus „Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft"

Am 26. April 1986 kam es im ukrainischen Atomkraftwerk zur  bisher schwersten Havarie in der Geschichte der Atomenergie und als Folge zur schrecklichsten  Katastrophe in der Geschichte der Menschheit. Ein Reaktor explodierte und schleuderte mehrere Tonnen hochradioaktiven Materials in die Luft. Es entstand eine riesige radioaktive Wolke. Vom Wind wurde sie über große Teile von Europa verteilt.

Am stärksten von allen Ländern wurde Belarus (Weißrussland) betroffen. Über 70 Prozent des radioaktiven Niederschlags von Tschernobyl gingen hier nieder. Vor allem Kinder litten und leiden unter der radioaktiven Strahlung. Auch 34 Jahre nach dem nuklearen Desaster ist die Situation für die heutigen Kinder in diesen Gebieten dramatisch.

Noch vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991 ergriffen mutige Menschen die Initiative, um den Betroffenen in den verseuchten Gebieten zu helfen und die Verheimlichung der Ausmaße der Katastrophe aufzudecken.  Sie gründeten die Belarussische  gemeinnützige Stiftung „Den Kindern von Tschernobyl“ e.V. – die erste Bürgerinitiative im sowjetischen Belarus (Weißrussland).

Trotz staatlicher Unterdrückung schafften sie es gemeinsam mit vielen Tausenden aktiven Menschen in Ost und West ein beispielloses Programm zur Erholung der von Tschernobyl betroffenen Kinder sowie zahlreiche Projekte der Selbsthilfe in die Tat umzusetzen.

In Deutschland und in der Schweiz, in Italien und Österreich, in Norwegen und Dänemark, in Belgien, Niederlanden und Irland sowie  in anderen Ländern wurden über 600.000 belarussische Kinder mit großer Gastfreundschaft empfangen. Dort wurden ihnen erholsame Wochen bei Gasteltern oder in den Ferienheimen ermöglicht. Es entstanden langjährige Freundschaften und Projekte.

Das Buch „Der Tschernobyl-Weg. Von der Katastrophe zum Garten der Hoffnung“ ist ein einmaliges Zeitdokument über diese erste zivilgesellschaftliche Bewegung in Belarus und über ihre  internationale Zusammenarbeit für die Kinder von Tschernobyl. Im Buch kommen Akteure aus verschiedenen Ländern und vielfältigen Lebensbereichen mit bewegenden Erinnerungen und Gedanken zu Wort. So kommt die Solidarität, die gemeinsame Sorge um die Zukunft der Kinder, um das Leben auf der Erde deutlich zum Ausdruck.

Das Buch  wird von seiner Herausgeberin Prof. Dr. Irina Gruschewaja vorgestellt, die zusammen mit ihrem Mann Prof. Gennadij Gruschewoj diese  erste Bürgerinitiative - die Belarussische gemeinnützige Stiftung „Den Kindern von Tschernobyl“ e.V. gegründet und im Laufe von mehr als 30 Jahren maßgeblich geprägt hat.  Mit diesem Buch hat  Alexander Tamkowitsch  ihre Erinnerungen und die von   noch 40 Engagierten, Politikern und Journalisten dokumentiert.

Moderation: Olja Ebel, freie Journalistin, die in der Tschernobyl-Bewegung aktiv war.

In der anschließenden Diskussion kann vertiefend auf die aktuelle Lage in Belarus 34 Jahre nach der Tschernobyl-Katastrophe eingegangen werden.

Netzwerktreffen in Ibbenbüren (NRW)

blick.punkt, Ev. Kirchengemeinde, Kanalstr. 11, 49477 Ibbenbüren

Nach der gemeinsamen Entscheidung erfolgt die Einladung zu jedem nächsten Forumstreffen ab 2019 durch jeweilige Mitgliedsinitiative des Forums. Das nächste Treffen findet am 21.-22.03.2020 in Ibbenbüren (NRW) zum Thema „Tschernobyl verstehen...?!“ statt.

Netzwerktreffen in Ibbenbüren (NRW)

blick.punkt, Ev. Kirchengemeinde, Kanalstr. 11, 49477 Ibbenbüren

Nach der gemeinsamen Entscheidung erfolgt die Einladung zu jedem nächsten Forumstreffen ab 2019 durch jeweilige Mitgliedsinitiative des Forums. Das nächste Treffen findet am 21.-22.03.2020 in Ibbenbüren (NRW) zum Thema „Tschernobyl verstehen...?!“ statt.

Vortrag beim Lions-Clubs Hagen-Mark

3. Forum der BAG »Den Kindern von Tschernobyl« (Fulda)

3. Forum der BAG »Den Kindern von Tschernobyl« (Fulda)

Vortrag: Die vergessenen Frauen und Kinder von Tschernobyl

Vortrag bei der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands – Diözesanverband Essen

mit Frau Prof. Dr. Irina Gruschewaja »Die vergessenen Frauen und Kinder von Tschernobyl«

im Gemeindeheim St. Antonius Abbas, Kiek Ut 6, 45359 Essen

Informationsabend über die Kinder von Tschernobyl

Frau Prof. Dr. Irina Gruschewaja wird

am Donnerstag 09.11.2017 um 19:30 Uhr

in der Stadtbücherei Leonberg das Buch „Der Tschernobyl-Weg“ vorstellen.

In diesem Buch wird die Geschichte der belarussischen gemeinnützigen Stiftung „Den Kindern von Tschernobyl“ zusammengefasst, die Irina Gruschewaja zusammen mit ihrem Ehemann Gennadi Gruschevoi in Minsk / Belarus gegründet hat. Es werden alle Partner der Stiftung aus der ganzen Welt im Buch aufgeführt – auch wir!

Wir freuen uns sehr, dass Frau Gruschewaja persönlich nach Leonberg kommt um uns ihr Lebenswerk vorzustellen. Über 10 Jahre haben wir als Projekt der „Lokalen Agenda der Stadt Leonberg“ und der evangelischen Kirchengemeinde Leonberg Blosenberg die Arbeit der Stiftung »Den Kindern von Tschernobyl« ehrenamtlich unterstützt und auch die Erstellung des Buches aus der Projektkasse finanziell gefördert.

Ich hoffe sehr, dass viele Interessierte an diesem Tag Zeit haben und zur Buchvorstellung kommen.

Mit einem lieben Grüßle in alter Verbundenheit
Eure / Ihre
Monika Grau

Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit

Zum »Tag der Deutschen Einheit« wird es auch in diesem Jahr wieder einen Festakt in der Stadt Korschenbroich geben: Als Festrednerin wird Prof. Dr. Irina Gruschewaja zum Thema »Hoffnung Europa. Das Glück der Einheit« sprechen.

Die Germanistin lehrte zuletzt als Professorin für Russisch an der Best-Sabel-Hochschule Berlin. Seit 2007 ist sie Referentin des Vereins „Arbeitsstelle Weltbilder“, eine Fachstelle für Interkulturelle Pädagogik und Globales Lernen. Ihr ehrenamtliches Engagement ist vielfältig und wird geleitet von dem Gedanken, dass die Zukunft der Welt in der humanitären Zusammenarbeit liegt.

Irina Gruschewaja ist Gründungsmitglied der Initiative „Den Kindern von Tschernobyl“ und ermöglichte tausenden Kindern aus den verstrahlten Gebieten Erholungsreisen ins Ausland. Für ihren Einsatz hat sie bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter 2011 den Titel „Frau Europas“ vom Netzwerk Europäische Bewegung Deutschland (EBD).

Erstmalig wird während der Feierstunde auch die Verdienstmedaille der Stadt Korschenbroich in Gold verliehen: Dorothea Hoelper erhält die Auszeichnung für ihren Einsatz für Toleranz, Weltoffenheit und Völkerverständigung im Schulwesen, in Sport und Kultur.

Für den musikalischen Rahmen des Festaktes sorgt ein Gitarren-Trio: Tobias Löns und Julian Glaw sind Bundespreisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“. Sie werden gemeinsam mit Ottmar Nagel, dem stellvertretenden Leiter der Musikschule Rhein-Kreis Neuss, spielen.

Zu dem Festakt, der um 10.30 Uhr im Ratssaal, Don-Bosco-Straße 6 in Korschenbroich, beginnt, sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Stadt Korschenbroich – Pressemitteilung Nr. 254/2017

Festakt zum Tag der Deutschen Einheit

Für die Verständigung der Völker: ein Vortrag und zahlreiche Verdienste

STADT KORSCHENBROICH. Tschernobyl habe ihr die Augen geöffnet, sagte Irina Gruschewaja in ihrem Vortrag zum Tag der Deutschen Einheit in Korschenbroich. „Die stille Revolution der Kinder von Tschernobyl – das war die Zeit, in der alles möglich wurde“, berichtete die Festrednerin, die selbst aus Weißrussland stammt, von ihren Erfahrungen auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs nach der Atomreaktor-Katastrophe.

Denn damals habe es Hilfe aus dem so genannten „bösen, kapitalistischen Ausland“ gegeben. „Bisher haben wir 600.000 Kinder zur Erholung nach Europa schicken können“, weiß Gruschewaja. Sie ist Gründungsmitglied der Initiative „Den Kindern von Tschernobyl“, die Kindern aus den verstrahlten Gebieten diese Erholungsreisen ins Ausland ermöglichte.

„Die Welt kam zu uns und wir gingen in die Welt. Das ist ein wunderbarer Prozess der Annäherung“, wertete die Referentin. Ihr Engagement heute wird geleitet von dem Gedanken, dass die Zukunft der Welt in der humanitären Zusammenarbeit liegt. Wichtig sei der Dialog, denn man brauche Menschen aus anderen Teilen der Welt, um neue Sichtweisen vermittelt zu bekommen, betonte Gruschewaja. Unter dem Titel „Hoffnung Europa. Das Glück der Einheit“ stand der Vortrag im Rahmen der Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit, dem rund 150 Interessierte im Ratssaal lauschten. Die Festrednerin schlug den Bogen von der Zeit des Zweiten Weltkrieges über Gorbatschows Vision von einem „gemeinsamen Haus Europa“ bis hin zu der Feststellung, dass eine Demokratie nicht nur erkämpft, sondern auch erlernt werden müsse („vom Untertan zum Citoyen“). Erst im Nachhinein habe sie das sowjetische System als eines der Unterdrückung erkannt, erzählte Gruschewaja.

Verdienstmedaille in Gold für Dorothea Hoelper

Für Völkerverständigung und das friedliche Zusammenleben verschiedener Nationen setzt sich auch Dorothea Hoelper seit vielen Jahren ein. Die ehemalige Lehrerin und frühere stellvertretende Schulleiterin am Gymnasium Korschenbroich ist seit mehr als 40 Jahren vor Ort aktiv und organisiert den internationalen Austausch von Jugendlichen und Erwachsenen.

In ihrer Zeit am Gymnasium hat sie Schüleraustausch-Programme organisiert und aktiv gestaltet – so den Austausch mit Anchorage, Alaska, den sie ins Leben gerufen hat. Nach ihrer Pensionierung setzte sie ihr Engagement als Vorsitzende des Vereins „Forum für internationalen Austausch“ e.V. fort. In diesem Rahmen organisierte sie insbesondere Besuche von Erwachsenen-Gruppen zwischen Russland (Troizk) und Korschenbroich.

In seiner Laudatio verdeutlichte Bürgermeister Marc Venten, der Tag der Deutschen Einheit sei in vielfältiger Hinsicht ein besonderer Tag. So stehe er für ein Ende des Kalten Krieges und für aktive Völkerverständigung. Dorothea Hoelper habe eine frühkindliche Erfahrung zum Anlass für ihr Engagement genommen: Als kleines Mädchen in Berlin hörte sie gegen Ende des Zweiten Weltkrieges oft den ängstlichen Satz „Die Russen kommen!“. Dies sei für sie ein Grund gewesen, sich aktiv für den Austausch zwischen den Nationen einzusetzen.

Durch ihren langjährigen Einsatz sei Dorothea Hoelper für viele Menschen in Korschenbroich ein Vorbild, das sich um das Gemeinwohl verdient gemacht habe. „Für ihre besonderen Verdienste um die Stadt Korschenbroich erhält Frau Dorothea Hoelper die Verdienstmedaille der Stadt Korschenbroich in Gold. Damit würdigen wir ihren Einsatz für Toleranz, Weltoffenheit und Völkerverständigung im Schulwesen, in Sport und Kultur“, betonte der Bürgermeister.

In ihrer Dankesrede erklärte Dorothea Hoelper, sie freue sich sehr über diese Auszeichnung. Diese habe sie aber nur erlangen können durch die vielen Helfer und Unterstützer aus den Korschenbroicher Familien. Eine Unterstützerin, die seit 1991 den Austausch auf russischer Seite organisiert, Tatjana Senatorova, war an diesem Tag ebenfalls vor Ort. Sie lobte die Entscheidung der Stadt, Dorothea Hoelper auszuzeichnen, und brachte den Anspruch des internationalen Austausches auf einen einfachen Nenner: „Gastfreundschaft – Verständnis – Frieden“.

Friedensfahrt 2011 der Kinder von Tschernobyl zum 25. Jahrestag der Katastrophe in Tschernobyl

Die Friedensfahrt führte von Minsk nach Genf, Zürich, Hannover, Lüneburg, Kamenz und Rottweil. Die Bilddokumentation finden Sie hier->